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About the campaign

A Vision for Europe, German

Eine Vision für Europa

Die Einführung der vorgeschlagenen neuen

Richtlinie ersetzt Richtlinie 86/609 für Tierversuche,

schützt Tiere und fördert die Wissenschaft in Europa

Nachstehend folgt eine Zusammenfassung unserer wichtigsten Anliegen zur Entwurfsrevision sowie einige Empfehlungen zu wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten in Europa ohne die Verwendung von Tieren. Forschungsmethoden an Tieren sind mehr als 100 Jahre alt und repräsentieren eine veraltete Technologie, die nicht angemessen ist für das 21. Jahrhundert.

2007 unterzeichneten 433 (55 %) Mitglieder des Europäischen Parlamentes die Schriftliche Erklärung 40/2007, die ein Ende der Verwendung von Menschenaffen und in der Wildnis gefangenen Affen sowie eine stufenweise Einstellung der Verwendung aller Primaten in Experimenten fordert. In einer Meinungsumfrage der Europäischen Kommission gaben 80 % der europäischen Bürger zu verstehen, dass sie die Verwendung von Primaten in Labors als „nicht akzeptabel“ finden. Die Vorschläge, die wir für die Revision der Richtlinie beschrieben haben, würden diesem öffentlichen und politischen Willen entsprechen.

Animal Defenders International hat eine Ausschussübersicht mit unserem Kommentar und unseren vorgeschlagenen Änderungen zur empfohlenen Richtlinie verfasst, die von Mitgliedern des Europäischen Parlaments angefordert werden kann. Außerdem werden alle nachstehend aufgeführten Punkte in technischen Besprechungen näher erläutert.

Hauptbereiche unserer Anliegen

Primaten
Gegenwärtig erreichen die Bestimmungen zu Primaten die grundsätzlichen Ziele der Schriftlichen Erklärung 40/2007 nicht vollständig; die folgenden Punkte werden vorgeschlagen:

  • Verwendungsverbot von Menschenaffen (ausnahmslos);
  • Verwendungsverbot von Affen, die in der Wildnis gefangen wurden (ausnahmslos);
  • Vollständige Implementierung des F1-Verbotes (Nachkommen von Eltern, die in der Wildnis gefangen wurden), doch würden wir ein früheres Verbot als das im Entwurf vorgeschlagene von 7 Jahren bevorzugen;
  • Vereinbarungen zur Ersetzung von Primaten werden zweimal jährlich getroffen und dienen zu thematischen Überprüfungen, die Zeitpläne oder Ziele für Ersatzmaßnahmen in spezifischen Bereichen festsetzen.

Regelmäßige Überprüfungen – zweimal jährlich

• Ein Rahmenwerk und ein Mechanismus ermöglichen regelmäßige – alle zwei Jahre – thematische Überprüfungen der Verwendung von Tieren in der Forschung und machen es der Gesetzgebung möglich, sich über wissenschaftliche und technologische Entwicklungen auf dem neuesten Stand zu halten und Zeitpläne aufzustellen oder Ziele zu definieren für Alternativen.
Zu solchen Überprüfungen sollten zum Beispiel die folgenden gehören:
o Entwicklungen in Wissenschaft, Technologie und Kenntnisse der Tierfürsorge
o Verfügbarkeit und Implementierung von neuen Alternativmethoden
o Verwendung von spezifischen Experimentarten und -typen oder Forschungsbereichen
o Arten innerhalb des Richtlinienumfangs
o Dies könnte sich überschneiden mit Überprüfungen der Regulierungsanforderungen zur Annahme von Alternativmethoden

Die Gesetzgebung muss mit Entwicklungen in Wissenschaft und Technologie Schritt halten. In den vergangenen 22 Jahren, seit Richtlinie 86/609 in Kraft getreten ist, hat die Welt folgende Veränderungen verzeichnet:
o Digitales Zeitalter und das World Wide Web
o Neue Mobilkommunikationstechnologie, die Transfers von Ton, Text, Bildern und beweglichen Bildern ermöglichen
o Das Videoband ersetzte Film, anschließend ersetzte die DVD das Videoband, als Nächstes folgten Downloads
o Einführung von mikrochirurgischen Methoden und Schlüsselloch-Chirurgie
o Imaging-Technologie für das Gehirn und den ganzen Körper
o Erzeugung der ersten virtuellen Organe
o DNA-Chips
Transgenetische Tiere und Klonen
Eine formelle regelmäßige (zweimal jährlich) Überprüfung würde es der Gesetzgebung ermöglichen, auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Alternativen und Spitzenforschungszentren für fortschrittliche Technologie

Es ist von größter Wichtigkeit, dass Alternativen zu Tierversuchen den Kern der Richtlinie darstellt. Es ist wiederholt gezeigt worden, dass die Öffentlichkeit diese Alternativen von der Gesetzgebung, die Tierversuche reguliert, fordert. Die Richtlinie muss für die allgemeine Annahme von modernen Alternativmethoden Anreize schaffen. Dies stellt für die europäische Wissenschaft eine Gelegenheit dar, von der Unterstützung moderner Verfahren enorm zu profitieren.

  • Die Implementierung von Alternativmethoden muss zum Rahmenwerk des autorisierten Verfahrens gehören.
  • Ein europäisches Spitzenforschungszentrum zur Entwicklung von fortschrittlichen Alternativmethoden (3R) sollte eingeführt werden, um Finanzierung, Informationsverbreitung und Schulung in Ersatztechnologie anzubieten. Dieses Zentrum könnte von der Kommission, anderen Finanzierungsbehörden, der Industrie und Mitgliedstaaten geleitet werden.
  • Wir unterstützen das Prinzip der Einrichtung von nationalen Referenzlabors (NRL) wie beschrieben im Entwurf der neuen Richtlinie, sind aber beunruhigt bezüglich der Beschreibung der Auswirkungsbewertung. Dennoch könnten diese Labors zu nationalen Spitzenzentren für die Entwicklung von Alternativmethoden ausgebaut werden, die als „Speichen“ einer zentralen europäischen „Radnabe“ funktionieren gemäß obiger Beschreibung, indem die Finanzierungsbeiträge von der zentralen „Radnabe“ zur Verfügung gestellt würden.

Ziele: Tiere in Hochschulen / im Haushalt / in der Gerichtsmedizin / Artenerhaltung

Es gibt eine Anzahl Bereiche, in denen die Verwendung von Tieren erfolgreich ersetzt worden ist, doch ist dies in Europa noch nicht allgemein eingeführt worden. Es ist enttäuschend, dass die Verwendungen von Tieren unter den Verfahrenszwecken in Artikel 5 erhalten bleiben, zum Beispiel:

  • Forschung zur Artenerhaltung (5): Wir glauben nicht, dass dies ein glaubwürdiger Bereich für die Verwendung von Tieren ist, und deshalb ein unnötiges Schlupfloch darstellt.
  • Hochschulen (6): Computersimulationen haben die Verwendung von Tieren an Universitäten weltweit erfolgreich ersetzt. Eine periodische, thematische Überprüfung könnte die Verwendung von Computerprogrammen an Schulen verbreiten. Ein koordiniertes Programm könnte in wenigen Jahren eine vollständige europaweite Implementierung planen.
  • Forensische Untersuchungen (7) verwenden lebende Tiere. Es handelt sich um einen winzigen Forschungsbereich, der wissenschaftlich nicht gerechtfertigt ist.
  • Testen von Haushaltprodukten: Die Ersetzung der Tierverwendung wäre eine logische Weiterführung der Ersetzung von Tieren in Tests für Kosmetikprodukte.

Weitere Bereiche der Tierverwendung können eindeutig von thematischen Überprüfungen unter einer halbjährlichen Überprüfungsklausel identifiziert werden.

Harmonisierung und höhere wissenschaftliche Standards sowie gute Laborpraxis
• Die Harmonisierungsziele stellen einen ausgezeichneten Schritt nach vorne dar, doch ist es enttäuschend, dass die Kontrollen durch Schlupflöcher und Beeinträchtigungen, die später im Text beschrieben werden, geschwächt werden. Es ist wichtig, dass die Richtlinie die Tierfürsorgestandards einheitlich erhöht.
• Zu den Schlupflöchern, die entfernt werden sollten, gehören:
o Bewilligung von Tötungsmethoden außer den genehmigten
o Verwendung von gefährdeten Arten
o Aufhebung der Zweckzucht, die es Mitgliedstaaten erlaubt, von dieser abzusehen.

Der Überprüfungsprozess muss unabhängig sein
• Wir freuen uns, dass die vorgeschlagene Richtlinie eine Darstellung des lokalen, ethischen und wissenschaftlichen Prozesses gibt, stellen aber mit Befürchtung in Präambel 29 und Artikel 25 widersprüchliche Grundsätze fest.
• Es ist wichtig, dass dieser Prozess als unabhängig angesehen wird; deshalb sollten diese Ausschüsse nach den Modellen der Ethikausschüssen für Humanforschung aufgebaut werden:
o Der Ausschuss sollte unabhängig von Unternehmen und vom Forscher, der eine Lizenz beantragt, handeln
o Mindestens ein Drittel sollten Laienmitglieder sein, die verschiedenartige Expertisen haben
o Mitglieder mit Expertise in Alternativ- und Nichttier-Forschungsverfahren
• Es ist jedoch wichtig, dass die nationale Überprüfungsebene im Genehmigungsprozess auch die Berücksichtigung von Ersatzmethoden einbezieht.
• Zur nationalen Überprüfung der Anmeldungen von Projektlizenzen sollten eine genauere wissenschaftliche Prüfung der Vorschläge zur Verwendung von Tieren gehören, zum Beispiel Input von Experten von Nicht-Tier-Methoden, sowie Personen, die eventuell weitere erforderliche Informationsquellen vorschlagen können. Dies könnte in Form einer zeitlich begrenzten Internet-Beratung zu anonymisierten Applikationen erfolgen, deren Eigentümer- und vertrauliche Informationen gelöscht worden sind.

Duplizierung / Datenaustausch
• Ein Mechanismus zur Beendigung von Duplizierung und eine Zusicherung, dass der Datenaustausch entsprechend der Vereinbarungen von REACH erfolgen kann.
• Separate Vereinbarungen (ein anderes Rahmenwerk) können zwecks Regulierungs- und akademischer/Grundlagenforschung implementiert werden; die Grundlagenforschung muss auf dem Lizenzierungssystem basieren. Firmen müssen, falls erforderlich, für Datenzugriff (zum Beispiel REACH) zahlen. Eine europaweite Strategie zur Vermeidung von Duplizierung und zu vermehrtem Datenaustausch in der Grundlagenforschung ist dringend nötig und könnte für die Fortschritte in der europäischen Wissenschaft bedeutende Vorteile haben.

Transparenz und Projektautorisierung
• Diese Angelegenheit, die allgemeine öffentliche Besorgnis erregt, erfordert größere Transparenz.
• Es ist wichtig, dass alle Anmeldungen von Projektlizenzen genauerer wissenschaftlicher Prüfung unterzogen werden, bevor die Lizenz gewährt wird. Solche Prüfungen können zeitlich beschränkt sein entsprechend der Gesetzgebung für Zugriff auf andere öffentliche Informationen.
• Wir unterstützen die Einführung von „Projektzusammenfassungen“, doch sollten diese nicht die Stelle von echter Transparenz und öffentlicher Rechenschaftspflicht einnehmen.
• Die Veröffentlichung von früheren Berichten zur Verwendung von Tieren, vor allem solche zu unerwartet großem Leiden, ist für künftige Kosten-Nutzen-Auswertungen und Entscheidungen notwendig.

Positive Punkte der Richtlinie
Vorausgesetzt, dass Schlupflöcher geschlossen werden, enthält der Entwurf zur neuen Richtlinie einige positive Aspekte. Es ist wichtig, dass diese beibehalten und verstärkt werden.

  • Das Verbot der Verwendung von herrenlosen Katzen und Hunden ist ein positiver Schritt – obwohl es sich um eine etwas unlogische Aussage handelt, dass domestizierte Arten unter mehr Schutz stehen sollten als bedrohte Arten und Tiere, die in der Wildnis gefangen wurden.
  • Primaten – der Verzicht auf Menschenaffen, in der Wildnis gefangene Affen und Einschränkungen von in Gefangenschaft gezüchteten F1-Tieren (Nachkommen von gefangenen Tieren) sind ein erster Schritt auf dem richtigen Weg, doch leider werden solche positiven Aspekte durch Schlupflöcher und Ausnahmeregelungen geschwächt.
  • NRL – Diese stellen ein gutes Konzept dar, das gegenwärtig durch den Bericht in der Auswirkungsbewertung geschwächt wird, enthalten aber einige wertvolle Aspekte; sie könnten eine gute Basis für eine Strategie für nationale Spitzenforschungszentren/ECVAM/eine europaweite Strategie darstellen, um Alternativen in das Vorfeld von Finanzierung, Förderung und Schulung zu bringen.
  • Eine Rahmenerweiterung, die auch wirbellose Tiere und fötale Lebensformen einbezieht, ist ein positiver Schritt. Es wird jedoch wichtig sein, diesen Rahmen regelmäßig zu überprüfen, um mit den vermehrten Kenntnissen zu anderen Arten Schritt zu halten.

Dies ist eine einmalige Gelegenheit, beim Eliminierungsprozess von Tierversuchen und beim Schutz der Tierwohlfahrt große Fortschritte zu erzielen. Es ist im Namen der Tiere und der Wissenschaft unbedingt notwendig, dass diese Chance genutzt wird.

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