German summary
Zusammenfassung: Menschenaffen in Experimenten

Menschenaffen in Experimenten
Schimpansen sind genetisch derart eng mit uns verwandt, dass einige Wissenschaftler vorgeschlagen haben, dass sie zusammen mit Menschen neu klassifiziert werden sollten. Gen- und Immunsystemvergleiche haben jedoch gezeigt, dass diese enge Familienverbindung nicht eng genug ist, dass wir uns in Bezug auf menschliche Sicherheit auf Resultate von Schimpansenexperimenten verlassen können.
Die USA beeilten sich in den 1980er-Jahren, Schimpansen für die AIDS-Forschung zu verwenden, doch stellte sich dieser Schritt als Misserfolg heraus und die Forschung schlug einen anderen Weg ein, doch verursachte diese Entscheidung eine riesige finanzielle Last und eine Fürsorgekrise für Schimpansen.
Die Welt hat nach und nach auf die Verwendung von Menschenaffen verzichtet; in Großbritannien und anderswo ist die Verwendung von Menschenaffen seit vielen Jahren verboten und in Europa werden gegenwärtig keine Menschenaffen mehr verwendet. Nur in den USA werden Menschenaffen in Labors verwendet. 2007 stellte das US NIH die Zucht von Schimpansen für die Forschung ein.
In ihrer neuen Richtlinie zur Forschung an Tieren schlug die Europäische Kommission vor, die Verwendung von Menschenaffen in Labors zu beenden; dieser Vorschlag ist aber von einer “Ausnahme” untergraben worden. Jene mit einem finanziellen Interesse haben behauptet, dass sie eventuell in Zukunft Menschenaffen verwenden werden und geben dafür zum Beispiel Erhaltung von gefährdeten Arten an.
Dies ist ein fadenscheiniges Argument und ist weder ein praktisches noch ein wissenschaftlich fundiertes Konzept. Es gibt keine Vergleichsbasis für Menschenaffen in Labors; die Erhaltung findet in der Umwelt statt und die größten Bedrohungen stammen von menschlichen Aktivitäten.
Einige Unterschiede zwischen Affenarten
Die moderne Forschung findet auf genetischer und zellulärer Ebene statt, die neuer Technologie eine genauere Präzision als je zuvor ermöglicht. Die grundsätzliche Schwäche der Tierforschung (eine Methode, die jetzt mehr als hundert Jahre alt ist) besteht darin, dass jede Art anders reagiert auf Chemikalien, Medikamente und weitere Produkte, weil es zwischen Arten biologische und genetische Unterschiede gibt. Dies bedeutet, dass wir uns nicht auf die Resultate von Tierversuchen verlassen können. Zum Beispiel:
- Nichtmenschliche Primaten unterscheiden sich von uns durch verschiedenartige Ausdrucksweise der Gene im Gehirn; es gibt sogar große Unterschiede zwischen uns und Schimpansen.
- Das menschliche Gehirn hat eine gefaltete Großhirnrinde (gyrenzephales Gehirn), kleinere Primaten hingegen, zum Beispiel Seidenaffen, haben eine glatte Großhirnrinde (lissenzephales Gehirn). Zwischen diesen gibt es auch anatomische Unterschiede und Beweise zeigen, dass es ebenfalls funktionelle Unterschiede gibt.
- Niedrigere und höhere Primaten unterscheiden sich durch eine Anzahl struktureller Merkmale im Nervensystem und in den Sinnesorganen voneinander.
- Die Rolle des Hippocampus im menschlichen Gedächtnis wurde kompliziert durch Befunde von Affen und anderen Tieren, bis dessen Rolle 1986 anhand einer Studie an Menschen nachgewiesen wurde.
- Gicht wird durch überschüssige Harnsäure hervorgerufen, die bei Affen, Menschenaffen und Menschen produziert wird, doch erkranken nur Menschen an Gicht.
- HIV kann Schimpansen und Kaninchen infizieren, aber nicht die Krankheit auslösen. Menschen sind die einzige Spezies, die anfällig ist für HIV.
- Der Abbau und die Ausscheidung von Medikamenten ähneln sich in Affen und Menschen, aber die Stoffwechselverhältnisse unterscheiden sich radikal.
- Das Medikament Chloramphenicol ruft bei Affen und Hunden keine Nebenwirkungen hervor, wie dies bei Menschen vorgekommen ist.
- Das Herpes B Virus kann bei Affen Läsionen am Gesicht, an den Lippen, am Mund und am Körper hervorrufen, doch können sie das Virus tragen, ohne an der Krankheit zu leiden. Bei Menschen kommt die Krankheit selten vor, hat aber meistens einen tödlichen Ausgang.
- Das Medikament Azauracil verursachte bei Affen keine sichtbaren toxischen Wirkungen, rief aber bei Menschen derart unangenehme Nebenwirkungen hervor, dass es vom Gebrauch zurückgezogen werden musste.
- Aspirin verursacht bei Affen Geburtsfehler, wird aber von schwangeren Frauen viel gebraucht und scheint keine Fehlbildungen zu verursachen.
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